Wearables in der Jugendarbeit – ein Rückblick

Während drei Tagen wurde der Jugendladen der OJA Kreis 9 & Hard zum Tüftellabor. Fünf Mädchen – ja es haben nur Mädchen mitgemacht – haben sich intensiv mit Kleidung und Technik auseinandergesetzt. Dabei sind nicht nur die Jugendlichen teilweise ganz arg ins Schwitzen gekommen, auch Tony Stamm – Informatiker, Eike Rösch – Medienpädagoge und ich – Lars Koch, Jugendarbeiter wurden ganz schön herausgefordert.

Zum Start konnten die Jugendlichen mit einem Makey Makey – Kit herumspielen und experimentieren. Auf spielerische Art und Weise  lernten sie so das Prinzip des Stromkreislaufes kennen.  Nur der Einstieg in den ersten Tag wurde von uns

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geplant und vorgegeben – alles was danach kam, wurde ganz wesentlich von den Jugendlichen geprägt und bestimmt und von uns in rollender Planung umgesetzt.

Nach diesem spielerischen Einstieg und einem kurzen Theorieinput ging es los! Gar nicht so einfach aus soooo vielen Möglichkeiten, das passendes Projekt zu finden. Auch wir waren dabei gefordert zu beurteilen, ob ein Projekt in drei Tagen mit den zur Verfügung stehenden Materialien realisierbar ist. Wir wollten unter allen Umständen verhindern, dass die Jugendlichen nach drei Tagen ohne funktionierendes Gadget nach Hause müssen. Doch gab es zu keinem Zeitpunkt eine Garantie, dass uns das gelingt.


Bild: Erste Schritte mit Makey Makey

 

Zu unserem Erstaunen, konnten sich die Jugendlichen schnell auf folgende Projekte festlegen:

  • Pulswärmer mit integriertem Pulsmesser: ab einer programmierbaren Pulsfrequenz vibriert und leuchtet das Armband.
  • Pulswärmer mit aufgenähtem Leuchtschriftzug
  • Pianoshirts mit aufgenähten Tasten

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Bild: höchste Konzentration beim verlöten der Pianotasten

 Mit unglaublicher Geduld, Durchhaltewillen und einer grossen Portion (Galgen)Humor wurde nun drei Tag an diesen Projekten gearbeitet. Dabei galt es verschiedenste Herausforderungen zu meistern.

Die Herausforderungen vor und während der Umsetzung

Wearables – häää? Waaasss? So ging es mir, als ich das erste Mal davon hörte. Und genau so ging es den Jugendlichen als wir für das Projekt warben. Es reichte nicht, Plakate und Flyer aufzuhängen und zu verteilen. Das Projekt musste erklärt werden und selbst dann blieben viele Fragezeichen. Da schien Facebook prädestiniert um Werbung zu machen, kann da doch das Ganze mit Foto- und Filmmaterial anschaulich gemacht werden. Es war uns aber ein Anliegen, nicht zu hohe Erwartungen zu wecken, die dann in der kurzen Zeit nicht erfüllt werden können. Zudem befürchteten wir durch den Informatikbezug vor allem Jungs anzusprechen, doch es kam anders. Die Verbindung  von Informatik und Kleidung hat vor allem Mädchen angesprochen.

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Bild: ohhh es funktioniert…

Am ersten Tag der Durchführung hatten viele verschiedene Arbeitsmaterialien dabei, und so konnten wir den Jugendlichen sehr viele

Projektmöglichkeiten bieten. Da wir bei keinem Projekt auf eigene Erfahrung oder Erfahrungsberichte zurückgreifen konnten, konnten wir bei keinem eine Garantie geben, dass es auch funktionieren wird. Wir konnten einzig sagen, theoretisch müsste es funktionieren.

Doch die grossen Fragezeichen bestanden in der Verarbeitung von leitbaren Fäden und Farbe, dem Vernähen der Hardware etc. Fragen etwa, ob die Batterie für vier Klaviertasten oder doch nur für drei reicht, konnten wir

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nicht vorgängig beantworten. Im Projektteam war sehr viel Know how vorhanden, doch das Wissen an der Schnittstelle von Technik und Textilien hat uns gefehlt, da Moritz  Kemper seine Teilnahem kurzfristig absagen musste.

Umso erstaunlicher für uns war, dass die Jugendlichen nie aufgegeben haben und es bis zum Ende durchgezogen haben. Dabei haben alle Beteiligten viel gelernt. Aller Herausforderungen zum Trotz wurde während dieser drei Tag sehr viel gelacht!!! Und am Ende hatten auch alle gut lachen: Sämtliche Projekte konnten erfolgreich abgeschlossen werden!!!

Weitere Eindrücke von den drei Tagen gibt es hier.

.Bild: unser Schaltplan fürs Pianoshirt…

* Beitragsbild: Pulssensor und Vibrator werden mit dem „Arduino Computer“ verbunden

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