GenderBazaar

Weiterbildung zu Gender in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Von der Mädchen- und Bubenarbeit zur geschlechtlichen und sexuellen Vielfalt in der OKJA

Weiterbildung für Fachpersonen, welche sich mit neueren Ansätzen, Theorien und konkreten Umsetzungsmöglichkeiten zu Genderthemen in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) auseinandersetzen möchten.

Heitere Fahne, Bern

  • Montag, 26. November 2018
  • 09.30 – 17.30 Uhr
  • Heitere Fahne, Bern
  • Fachpersonen der OKJA und aus weiteren Bereichen der Sozialen Arbeit
  • Anmelden: Die Anmeldefrist ist abgelaufen.

LGBTIQ*, Geschlechtsidentität, Intersektionalität. Begriffe wie diese finden Eingang in die theoretischen Diskussionen und die Praxis der Offenen Kinder und Jugendarbeit. Damit stellen sich für Fachpersonen viele Fragen: Wie können Mädchen* und Buben* erreicht werden? Wie gelingt es, Geschlecht nicht nur als Frau* und/oder Mann* zu denken? Welches theoretische und methodische Wissen und welche Sprache sind nötig für die Praxis?

Die Fachgruppe Plattform Mädchenarbeit des DOJ/AFAJ lädt Fachpersonen aus der OKJA und weiteren Bereichen der Sozialen Arbeit ein, sich an dieser Tagung zu treffen, weiterzubilden und zu vernetzen. Teams werden eingeladen, zusammen teilzunehmen, ihre Haltung zu reflektieren und neue theoretische Ansätze in die Praxis zu transferieren.

9:15 - 9:45 Eintreffen

Ankunft und Kaffee

9:45 - 10:30 Überraschung und Begrüssung
10:30 - 11:15 Referat Prof. Dr. Anelis Kaiser

Frauen sind begabt im Multitasking, Männer können sich gut orientieren – und das liegt, so sagen viele, an ihren Gehirnen. Aber: Gibt es das «weibliche» und das «männliche» Gehirn tatsächlich?

11:30 - 13:00 1. Runde Workshops

Geschlecht in der Neurowissenschaft / Heteronormativitätskritik in der Praxis. Herausforderungen, Grenzen und Möglichkeiten / Anderssexualität in der Offenen Jugendarbeit /Geschlecht kann man nicht sehen – Professioneller Kontakt mit trans Jugendlichen / Intersektionalität / Geschlechtergerechte Sprache / Wandel der Geschlechterverhältnisse – Gegenwärtige Fragestellungen bei der Arbeit mit Jungs*

13:00 - 14:00 Mittagessen

Feines vegetarisches Buffet von Heitere Fahne

14:00 - 15:30 2. Runde Workshops

Geschlecht in der Neurowissenschaft / Heteronormativitätskritik in der Praxis. Herausforderungen, Grenzen und Möglichkeiten / Anderssexualität in der Offenen Jugendarbeit /Geschlecht kann man nicht sehen – Professioneller Kontakt mit trans Jugendlichen / Intersektionalität / Geschlechtergerechte Sprache / Wandel der Geschlechterverhältnisse – Gegenwärtige Fragestellungen bei der Arbeit mit Jungs*

15:30 - 16:45 GenderBazaar

Der GenderBazaar lädt mit Wissen zur geschlechtlichen und sexuellen Vielfalt, Ideen, Angeboten und bunten Materialien zum Stöbern ein. Die Teilnehmenden können sich für ihre Praxis inspirieren lassen. Zudem bietet sich hier viel Gelegenheit für Austausch und Vernetzung. Dazu gibt es Snacks und Kaffee.

Ideen und Beiträge sind willkommen! Bitte melden Sie sich bei Stefanie Plutschow.

16:45 - 17:15 Referat Dr*in Ines Pohlkamp

Wie gelingt es, als Team nicht ständig Geschlechterstereotype zu reproduzieren? Wie gelingt es, die existierende Vielfalt zu sehen/zu berücksichtigen? 

17:15 - 17:30 Schluss und Ausklang

Wir runden den Tag ab, unter anderem mit gemütlichem Beisammensein mit allen, die Lust haben.

Referate

Referat 1: Natur / Kultur

Frauen sind begabt im Multitasking, Männer können sich gut orientieren – und das liegt, so sagen viele, an ihren Gehirnen. Aber: Gibt es das «weibliche» und das «männliche» Gehirn tatsächlich? Oder, anders gefragt, falls wir wissenschaftlich einen Unterschied zwischen Männer- und Frauenhirnen feststellen, kann man dann davon ausgehen, dass dies allein auf die Biologie zurückzuführen ist? In diesem Vortrag wird eine kritische Perspektive auf die neurowissenschaftliche Gender-Forschung vorgestellt und es wird darüber diskutiert, wie die experimentell-neurowissenschaftliche Praxis erweitert und ergänzt werden kann, sodass nicht immer nur auf Geschlechterunterschiede, sondern auch auf die Veränderbarkeit, Fluidität, Diversität von Geschlecht empirisch fokussiert werden kann.

Anelis Kaiser, Professorin für Gender Studies MINT, Universität Freiburg i. Br. und Universität Bern

Referat 2: Von Geschichten lernen: Heteronormativitätskritische Kinder- und Jugendarbeit

Das Referat fokussiert Kernaufgaben und Standards einer Jugendarbeit, die geschlechtliche und sexuelle Vielfalt intersektional in den Blick nimmt. Es behandelt die folgenden Fragen: Wie gelingt es, als Team nicht ständig Geschlechterstereotype zu reproduzieren? Was brauchen soziale Einrichtungen der Jugendarbeit, um geschlechtliche und sexuelle Vielfalt thematisieren zu können? Welche Ängste und intersektionalen Stereotype zeigen sich? Das Referat bietet vertiefende Einblicke in die Theorie und Praxis der Heteronormativitätskritik. 

Ines Pohlkamp, Dr* phil., Dipl. Sozialarbeitswissenschaften/Sozialpädagogik; Internationale Kriminologie (Master)Referentin für intersektionale Bildung, geschlechtersensible Pädagogik, Gender Institut Bremen

Workshops

Geschlecht in der Neurowissenschaft

In diesem Workshop werden wir in zwei Gruppen zwei verschiedenen Aufgaben nachgehen. Zum einen werden die Teilnehmenden selbstständig eine neurowissenschaftliche Originalarbeit mit einem daraus resultierenden populärwissenschaftlichen Text vergleichen. Zum anderen wird sich die andere Gruppe von Teilnehmenden mit neurowissenschaftlichen Arbeiten zum Thema Sexualität beschäftigen, um zu verstehen, wie Experimente in diesem Bereich aufgebaut und wie ihre Ergebnisse interpretiert werden.

Prof. Dr. Anelis Kaiser, Universität Freiburg i. Br. und Universität Bern

Heteronormativitätskritik in der Praxis. Herausforderungen, Grenzen und Möglichkeiten

In diesem Workshop erproben wir praktische Methoden, die das Thema Heteronormativitätskritik in den Mittelpunkt stellen, und diskutieren, wie und wo das Thema Geschlecht und Heteronormativitätskritik in die eigene pädagogische Praxis einfließt und einfließen muss. Eine Grundlage der Auseinandersetzung ist die eigene fachliche Haltung zum Thema. Wir fragen, was zur Haltung dazu gehört, und befassen uns mit den eigenen Positionen zu Geschlecht, Sexualität und Vielfalt. Dabei steht der Austausch zu den Grenzen und Möglichkeiten heteronormativitätskritischer Jugendarbeit im Mittelpunkt.

Dr*in Ines Pohlkamp, Gender Institut Bremen

Anderssexualität in der Offenen Jugendarbeit

Wie kann mit Anderssexualität (Homo-, Bi-, A-, Pansexualität) umgegangen werden? Was kann ich tun, um Jugendliche im Coming-out Prozess zu unterstützen und sie zu bestärken, sich selbst sein zu dürfen? Was sind Möglichkeiten ein diskriminierungsfreies Umfeld zu schaffen und gegen Homophobie vorzugehen? Wie kann das Thema spielerisch und methodisch aufgegriffen werden? Solche und weitere Fragen werden in diesem Workshop behandelt.

Moritz Mahr, Du bist Du

Geschlecht kann man nicht sehen – Professioneller Kontakt mit trans Jugendlichen

Was ist Geschlecht? Wieso sind manche Menschen trans? Welche Erfahrungen machen trans Menschen im Alltag und im Kontakt mit Institutionen? Wie können trans Jugendliche unterstützt werden? Wie können Jugendräume geschaffen werden, in denen verschiedenste Jugendliche sich wohl fühlen? Diese und andere Fragen behandelt der Workshop. Nach einer ausführlichen Einführung in die Thematik besteht die Möglichkeit, praktische Fragestellungen zu diskutieren und Unklarheiten näher zu beleuchten.

Hannes Rudolph, Transgender Network Switzerland

Intersektionalität

Anknüpfend an ein «exemplarisches» Erspüren und Reflektieren eigener Erfahrungen der Teilnehmer*innen mit Privilegierung und Unterdrückung wird gemeinsam erarbeitet, welche Möglichkeiten das Konzept der Intersektionalität bietet, wenn es darum geht, einen diskriminierungskritischen Blick auf die Praxis offener Kinder- und Jugendarbeit zu werfen. Die Erfahrungen und das Wissen der Teilnehmer*innen sollen im Fokus stehen.

Maren Schreier, Fachhochschule St. Gallen

Geschlechtergerechte Sprache

Sprache und Bilder zeichnen gesellschaftliche Realitäten nicht nur nach, sondern prägen sie auch massgeblich, indem sie unsere Wahrnehmung, unser Denken und unser Handeln beeinflussen. Für die Gestaltung gerechter Geschlechterverhältnisse ist es wichtig, wie wir sprechen, schreiben und abbilden. Geschlechtergerechter Sprachgebrauch ist leicht erlernbar. Im Workshop werden verschiedene Grundprinzipien und verschiedene Sprachgebräuche beleuchtet und es bietet sich die Gelegenheit, geschlechtergerechtes Formulieren zu üben.

Ursina Anderegg, Universität Bern

Wandel der Geschlechterverhältnisse – Gegenwärtige Fragestellungen bei der Arbeit mit Jungs*

Aktuelle Fragestellungen und Probleme in der Arbeit mit Jungs werden in dem Workshop aus der Perspektive der Geschlechterforschung aufgezeigt. Dabei kommen sowohl alte und neue Herausforderungen vor dem Hintergrund des aktuellen Kontextes zur Sprache: Die herkömmliche Anforderung einer männlichen Sozialisation bestehen weiterhin, zusätzlich werden aber auch Fragen um sexuelle Orientierung und überhaupt Geschlechtsidentität in der Jugend- und Jungenarbeit auf eine neue Weise dringlich. Diese Themen stellen neue Herausforderungen und Ansprüche an die Jugendarbeit. Der Workshop besteht aus einem Input sowie einem offenen Teil, um die Bedeutung der gehörten Perspektive auf die eigene Arbeit gemeinsam zu reflektieren und diskutieren.

Mattias Luterbach, Universität Basel und Schweizerisches Institut für Männer- und Geschlechterfragen

Anfahrt / Kontakt

Heitere Fahne - die Idealistenkiste

Mit Tram Nummer 9 ab Bahnhof Richtung Wabern. Bis Station Gurtenbahn. Gleich unterhalb der Gurtenbahn Talstation.

http://www.dieheiterefahne.ch/

Die Heitere Fahne ist ein inklusiver Freiraumpalast, in dem Kultur, Theater und Gastronomie in einem sozialen Kontext zusammenkommen und sich gegenseitig bereichern. Der inklusive Charakter des Ortes ist durch die Mitarbeit und Offenheit von Projekten für Menschen mit und ohne Behinderungen, Menschen mit Migrationshintergrund, Kinder und Jugendliche, Menschen mit psychischen Herausforderungen, sowie Menschen, die sich in sozial schwierigen oder abhängigen Situationen befinden, geprägt.

Anfahrt / Navigation

 

Fragen und Anliegen

Marcus Casutt, Geschäftsleiter DOJ/AFAJ, 031 300 20 55, hc.jo1542529974d@emo1542529974clew1542529974

Unterstützt durch

Kanton Appenzell Ausserrhoden

Basel-Landschaft

Kanton Luzern

Kanton St. Gallen

Fachstelle für die Gleichstellung von Frau und Mann der Stadt Bern

Fonds Respect

Katholische Kirche Region Bern

Migros-Kulturprozent

Swisslos-Fonds des Kantons Aargau

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