Acht sozioökonomisch benachteiligte Siedlungen respektive Immobilienbesitzer*innen erhalten finanzielle und fachliche Unterstützung dabei, ihre Umgebung bewegungs- und spielfreundlicher für 0 bis 8-jährige Kinder und deren Bezugspersonen zu gestalten. Das Wohnumfeld wird unter Anleitung der lokalen Fachstelle der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) und in Zusammenarbeit mit Expert*innen von SpielRaum partizipativ weiterentwickelt. Dabei werden die bestehende Infrastruktur und Landschaft für frühmotorische Förderung innovativ genutzt, punktuell aufgewertet und die Zugänge gesichert.

Das Projekt umfasst zwei Phasen: In der Phase 1 sammeln vier Standorte Erfahrung mit der Umgestaltung. Die Fachpersonen der lokalen OKJA werden von den Expert*innen von SpielRaum, die einzelne Projektschritte umsetzen, begleitet. Aus den dabei gewonnenen Erkenntnissen entwickelt das Projektteam eine Anleitung zur punktuellen Aufwertung des Wohnumfelds für OKJA-Fachstellen, Gemeinschaftszentren, Familienzentren und so weiter. In der Projektphase 2 gestalten vier weitere Standorte anhand der Anleitung ihr Umfeld beweguns- und spielfreundlicher um. SpielRaum steht der lokalen OKJA-Fachstelle beratend zur Seite. Zum Abschluss des Projekts erfolgt die Veröffentlichung und Bekanntmachung der Anleitung und der Resultate aus den acht Standorten, um zu weiteren Umsetzungen anzuregen.

Laufzeit des Projekts: Phase 1 – 2023; Phase 2 – 2024

Ablauf an den Standorten

  1. Zusammenstellen einer Projektgruppe pro Standort
  2. Begehung mit Projektgruppe vor Ort (Erwachsene)
  3. Siedlungssafari mit Kindern
  4. Raumkonzept inkl. Massnahmenkatalog
  5. Infoanlass priorisierte Massnahmen
  6. Planung der Umsetzung
  7. Umsetzung und Mitbauaktionstag
  8. Einweihung und Aktivierung

Ziele

  • Kinder spielen und bewegen sich regelmässig draussen in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld, was zu ihrer positiven motorischen, sozialen und kognitiven Entwicklung beiträgt.
  • Spielende Kinder wirken sich positiv auf die nachbarschaftliche Gemeinschaft aus.
  • Der Aussenraum ist eine lebendige Begegnungszone für Kinder und deren Bezugspersonen und weitere Anwohner*innen.
  • Das Wohnumfeld ist dank innovativen, rasch und einfach umsetzbaren sowie preiswerten Massnahmen aufgewertet.
  • Immobilienbesitzer*innen, Bezugspersonen und Anwohner*innen sind für die Wichtigkeit eines bewegungs-, begegnungs- und spielfördernden Wohnumfelds sensibilisiert.
  • Die Initiative findet eine weitere Verbreitung in anderen Gemeinden dank kostengünstiger und einfacher Nachahmungsmöglichkeit. Eine Dokumentation und Anleitung zur Umsetzung steht zur Verfügung.

Projektbeteiligte

Dachverband Offene Kinder- und Jugendarbeit Schweiz (DOJ)

SpielRaum

Föderpartner

Roger Federer Foundation

Vorteile für die Siedlungen/Standorte

  • Diese werden als innovative Aktuere sichtbar.
  • Das Wohnumfeld ist für Familien und Kinder dank fachlicher Anleitung aufgewertet.
  • Die Attraktivität und die Lebensqualität steigen für Familien und Kinder. Dies verringert die Fluktuation.
  • Partizipation stärkt die Identifikation mit dem Wohnumfeld und beugt Vandalismus vor. Zudem fördert Partizipation positive Nachbarschaftskultur.
  • Nebst der kostenlosen fachlichen Begleitung unterstützt die Roger Feder Foundation die Massnahmen zur Aufwertung des Wohnumfelds mit bis zu CHF 15’000.-.

Anforderungen an die Siedlungen/Standorte

  • Der Anteil an sozioökonomisch schwachen Bewohner*innen in der Siedlung ist höher als 50 % (gemäss Einschätzung der Gemeinde).
  • Der Aussenraum der Siedlung hat Potential, mit wenig Aufwand in Bezug auf die Qualität aufwertet zu werden (verkehrsberuhigte Flächen, spannende Geländemodellierungen und -strukturen, Bepflanzung, Abtrennung zu Strassen usw.).
  • In der Siedlung wohnen mindestens 300 Personen.  
  • Der Anteil an Kindern unter 12 Jahren beträgt 15 % (gemäss Einschätzung der Gemeinde oder Eigentümerschaft).
  • Es besteht Bereitschaft und Offenheit bei der Eigentümerschaft gegenüber dem Projekt und dafür, für Betrieb und Unterhalt aufzukommen. 

Vorteile für die OKJA-FAchstellen als Praxispartner*innen 

  • Sie werden als Pionier*innen in der Entwicklung von Hilfsmitteln bei der Aufwertung von Wohnumfeldern für Kinder sichtbar.
  • Sie erhalten Anleitung und erwerben Kompetenzen im Bereich bewegungsfördernde Wohnumfeldaufwertung für Kinder, welche in andere Siedlungen übertragen werden können. 
  • Sie werden in Ihrer Gemeinde oder Stadt als Akteur*in in der bewegungsfördernde Wohnumfeldaufwertung für Kinder wahrgenommen. 
  • Im Einzugsgebiet der Fachstelle hat die Aufwertung einer Wohnsiedlung stattgefunden.

Anforderungen an die Praxispartner*innen 

  • Für Ihre Fachstelle hat das Thema frühmotorische Förderung im Wohnumfeld eine hohe Priorität und Sie wollen in diesem Bereich aktiv Kompetenzen erwerben. 
  • Ihre Gemeinde unterstützt Sie darin, in diesem Projekt mitzuwirken.  
  • Ihr Fachstelle kann über die Laufzeit von einem Jahr ca. 13 Arbeitstage in das Projekt investieren. 
  • Sie sind als Fachperson(en) / Fachstelle motiviert, in der ausgewählten Siedlung die Umgebung bewegungs- und spielfreundlicher für die Zielgruppe zu gestalten und bereit, den Betrieb auch später punktuell zu unterstützen.  
  • In Ihrer Gemeinde oder Stadt gibt es eine Siedlung, welche die oben aufgeführten Kriterien erfüllt.
  • Sie sprechen in Ihrer Fachstelle entweder Deutsch oder Französisch.

Bewerbung und Kontakt

Bewerbung bis 14. Dezember 2022 mit dem untenstenden Online-Formular.

Kontakt für Rückfragen: Tobias Bauer, Dachverband Offene Kinder- und Jugendarbeit (DOJ), 031 300 20 55, hc.jod@reuab.saibot

Foto: DOJ/AFAJ, David Bieli

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