Am Montag, dem 6. Mai 2019 wurde in Olten das zweite Barcamp „openCON Jugendarbeit“ zum Thema Digitale Medien in der Jugendarbeit durchgeführt. Organisiert wurde es als Kooperationsprojekt des DOJ, der Fachhochschule Nordwestschweiz Soziale Arbeit, kopf-stand.org, OJA Oerlikon und punkto Eltern, Kinder & Jugendliche. An der Veranstaltung trafen sich Kinder- und Jugendarbeitende zu stündigen sogenannten „Sessions“, um sich über für sie relevante Themen auszutauschen. Der nachfolgende Beitrag ist eine Zusammenfassung einer dieser Sessions.

In einer kleinen Gruppe wurde diskutiert, ob und in welcher Form auf Social Media als auch Game-Pattformen aufsuchende Arbeit gemacht werden kann. Dabei kam heraus, dass bereits viele Jugendarbeitende aufsuchend auf Social Media unterwegs sind. Viele Jugendarbeitsstellen haben ein Profil für das Team oder ein Personalisiertes. Über die Plattformen wird Werbung gemacht für Angebote (Trefföffnungszeiten, Projekte, Anlässe etc.) oder Instagram beispielsweise um Influencer*innen zu folgen, welche bei Jugendlichen gerade angesagt sind. Anders sieht es aus, wenn es um Thema Games geht. Für viele Jugendarbeitende ist dies ein wenig bewandertes Gebiet. Jedoch lohnt es sich darüber nachzudenken, ob wir nicht auch da aufsuchend unterwegs sein sollten. E-Sport ist weltweit sehr populär aber doch eher abgeschottet von jenen die sich nicht dafür interessieren. Es ist die Lebenswelt vieler Jugendlichen und besonders interessant, weil wir da eventuell Jugendliche treffen, welche weder in den Treff kommen noch an Projekten beteiligt sind. Eine Gruppe also, die uns bisher wenig zugänglich war.

In der Gruppe wurde vertieft darüber diskutiert, was alles möglich sein würde oder wo auch die Herausforderungen liegen. Nachfolgend sind die wichtigsten Punkte aus der Diskussion aufgelistet.

Möglichkeiten

  • Neue Lebenswelten kennenlernen
  • Jugendliche erreichen, welche wir sonst nicht erreichen
  • Fachsimpeln über Games oder sich jene erklären lassen
  • Kontakte aus digitaler Welt auch in der realen Welt pflegen bzw. aufnehmen (Transfer/Verknüpfung der beiden Realitäten)
  • Game-chat als weiteres Kommunikationsmittel
  • Gamegruppe gründen/ LAN Partys veranstalten
  • E-Sportler*Innen kennenlernen
  • Ansprechperson sein im digitalen Raum
  • Sich in diesem Bereich spezialisieren

Herausforderungen

  • Grosser Zeitaufwand in Kombination mit Ressourcenknappheit
  • Stets am Ball bleiben können
  • Auftraggebenden Nutzen bzw. Wichtigkeit nachvollziehbar erklären
  • (noch) fehlende Infrastruktur
  • Suchtpotential oder Vernachlässigung anderer Aufgaben
  • Wie nutzen ohne kontrollieren/stalkend wahrgenommen zu werden
  • Ständige Erreichbarkeit und Zeitpunkt (viele gamen bis spät abends)
  • Nähe/Distanz und Grenzen erkennen und setzen
  • Zielgruppe (Jugendliche aus der Gemeinde) erreichen

Uns bislang nicht zugängliche und neue Lebenswelten kennenlernen ist eine Riesenchance. Eine der grösseren Herausforderungen dürfte das Erreichen der Zielgruppe sein. Wie kommen wir mit den Jugendlichen aus der Region in Kontakt und nicht mit Erwachsenen, welche in New York wohnen. Diese und andere Fragestellungen gibt es zu erörtern. Aber abschliessend kann gesagt werden, dass viel Potential vorhanden wäre, welches noch weitgehend ungenutzt ist. Hoffentlich gibt es Interessierte, die sich in dem Terrain ausprobieren und ihre Erfahrungen austauschen möchten.  

Wenn auch du bereits Erfahrungen dazu hast, bist du herzlich eingeladen, über die Kommentarfunktion diese hier zu teilen.

Foto: pixabay_CG Erious

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