Es war einmal… Jugendarbeiter/innen stellten im Jugendtreff eine Sammlung von jugendgerechter Musik zur Verfügung und Jugendliche durften ihre eigene CD oder LP mit Musik mitbringen. Mit vielen Geräten, Kabeln und technischen Pannen und/oder technischem Wissen durfte nun die Musik angehört werden – in unserem Treff war (Anno 2004) das „Auflegen“ den ausgebildeten DJanes und DJ’s vorbehalten (dazu führten wir regelmässig entsprechende Kurse durch).

Und heute… Jugendliche haben ihre ganze Musik auf dem Handy, bei Youtube heruntergeladen, mit dabei oder nutzen ihre mobilen Daten um die Musik von Youtube zu streamen. Ihnen liegt also die ganze Musikwelt zu Füssen und im Jugendtreff braucht es nur noch eine Bluetooth fähige Musikanlage – oder es existiert ein Computer mit Internetzugang der direkt an der Musikanlage angeschlossen ist.

Als Jugendarbeiter/in muss man nun die ganze Zeit mit offenen Ohren, extrem guter Musik- und Englischkenntnis da sein, um all die nicht jugendgerechte Musik zu erkennen und gegebenenfalls pädagogisch reagieren zu können.

Wir haben in unseren Treffs vor vielen Jahren den Versuch gestartet, hier eine jugendgerechte Lösung zu finden. Bis Heute bewährt sich die:

Musikauswahl:

Im Jugendtreff liegt immer ein Formular auf der Theke. Alle Treffbesucher/innen dürfen dort ihre Musikwünsche eintragen. Diese werden von einer zuständigen Fachperson aus dem Team – in der Regel einer Praktikantin oder einem Praktikanten geprüft und anschliessend bei iTunes erworben.

Wir entschieden uns im Jahr 2008 für iTunes, weil es kaum brauchbare Alternativen gab und unsere Infrastruktur auf Apple aufgebaut war. Die Musik brannten wir jeweils auf CD’s – die lagen dann in den Treff’s bereit.

Rechtlich gesehen wäre heutzutage auch ein Youtube Download legal, aus unserer Sicht gegenüber dem Künstler aber nicht fair (Mehr dazu in dem rechtlich nach wie vor aktuellen Blogbeitrag von Esther).

Bis Heute sind wir mit iTunes zufrieden. Wir haben einen Account, den nutzen wir auf all unseren Geräten. Wird also ein Musikstück für einen Treff erworben, so kommt dieser Titel automatisch auch auf die Geräte der anderen Treffs.

Nach 9 Jahren haben wir so ca. 400 Titel für unsere Mediathek erworben, was jährliche Kosten von gut Fr. 80.— verursachte. (Daneben bezahlen wir selbstverständlich die anfallenden SUISA Gebühren!)

Falls jemand Erfahrungen mit anderen Online Musikdiensten hat, so erfreut sich dieser Beitrag an entsprechenden Kommentaren!

Musikanlage stand 2017:

In jedem Treff haben wir ein iPad Mini mit der DJ Software djay 2. Diese Geräte haben wir so konfiguriert, dass die Jugendlichen nur diese App nutzen können (Geführter Zugriff). 2 Aktivlautsprecher (Wir nutzen diese) mit Bluetooth Empfänger übernehmen den Rest.

Zu Beginn wollten wir die IPads noch „Niet- und Nagelfest“ in einem DJ Pult einbauen. Irgendwie ging das vergessen – bis Heute ist nie ein Gerät kaputt gegangen!

Die „DJ Kures“ finden nun während ruhigen Treffabenden statt – dabei lernen wir genauso von den Jugendlichen wie diese von uns :-). Das tolle ist, die Jugendlichen können zu Hause mit dem exakt gleichen Tool üben (Falls sie ein Gerät von Apple nutzen).

Auch hier darf gerne mit Kommentaren ergänzt werden. Auf dem Markt gibt es eine grosse Auswahl an Software und sicher gibt es eine vergleichbare Lösung für Android Geräte.

Fazit:

Natürlich ist es immer noch möglich, dass Jugendliche ihre eigene Musik mitbringen. Dazu stöpseln oder koppeln sie einfach ihr Gerät an die/mit den Lautsprecher/n. Nicht selten ermöglichen wir ihnen das.

Die Erfahrung hat uns aber gezeigt, dass solche Momente nicht selten zu spannenden und lehrreichen Diskussionen bezüglich Musik und Musiktexten führen. Haben wir dazu gerade keine Zeit, so bewährt sich unser recht repressives Konzept sehr.

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