Fortnite ist zurzeit vermutlich eines der beliebtesten Spiele unter Kindern und Jugendlichen. Doch es ist nicht nur auf dem Schulhof und in Jugendtreffs ein brandaktuelles Thema, auch in den Medien und in den sozialen Netzwerken wird darüber diskutiert. Doch was ist Fortnite genau? Wieso begeistert es so viele und worauf muss man achten?

 

Was für ein Spiel ist Fortnite?

Fortnite wird in zwei komplett verschiedene Spielmodi eingeteilt, „Rette die Welt“und „Battle Royale“.„Rette die Welt“findet in einer Zeit nach einer globalen Katastrophe statt, der Spieler muss alleine oder gemeinsam mit einem Team eine Basis errichten und diese vor Zombies beschützen. Hört sich sehr spannend an, doch werden praktisch alle vom „Battle Royale“in den Bann gezogen. Dieser Spielmodus wird mit insgesamt 100 Spielern gestartet, diese treten alleine, zu zweit oder in Viererteams gegeneinander an. Der letzte Überlebende beziehungsweise das letzte überlebende Team gewinnt.

Der Battle startet in einem Bus, welcher über eine Insel fliegt. Man springt an einem beliebigen Ort ab, mit einer Spitzhacke und natürlich einem Fallschirm oder etwas Ähnlichem, zum Beispiel einem Regenschirm. Unten angekommen beginnt die Schlacht. Mit der Spitzhacke können diverse Rohstoffe abgebaut werden, ob nun ein Auto zu Metall verwertet wird oder ein Haus zu Backsteinen, spielt dabei keine Rolle.
Mit den gesammelten Materialien lassen sich Wände, Treppen und weitere Gebäudeteile errichten, die dazu dienen, Hindernisse zu überwinden, sich Deckung zu schaffen oder den Gegner geschickt auszutricksen. Natürlich sind auf der ganzen Insel viele weitere nützliche Utensilien für den Kampf zu finden: verschiedene Waffen, Munition, Schildtränke, Verbände oder Fallen. Je nachdem wie lange man durchhält, kann ein Spiel bis zu 30 Minuten dauern.

Gut zu wissen: Die Entwicklerfirma Epic Games von Fortnite ist dafür bekannt, die Spiele immer wieder zu ergänzen und weiterzuentwickeln. Der sehr beliebte Playground Mode (Spielwiese) ermöglicht es, in aller Seelenruhe Bauten auszuprobieren, ohne den ständigen Druck des aufziehenden Sturms. Für begrenzte Zeit sind solche Modi verfügbar, werden verbessert und halten die Spannung und Spielmotivation bei Fortnite hoch.

 

Warum zieht Fortnite so viele in den Bann?

Was Fortnite von normalen „Ballergames“ unterscheidet, ist dieser Battle-Royal-Modus. Er bringt Abwechslung in das sonst eher unkreative Genre. Ausserdem gehört mehr dazu, als seinen Gegner mit Waffengewalt auszuschalten, es gibt verschiedene Arten zum Sieg. Spieler*innen sind komplett frei in der Wahl der Strategien. Ob sie nun wie Rambos wild drauflosrennen, sich verschanzen und warten, bis fast niemand mehr übrig ist oder mit Bauten und Fallen die anderen Spieler*innen an der Nase herumführen, ist ihnen überlassen. Es werden nicht nur „Skills“ (Fähigkeiten wie schnelle Reflexe, Spielübersicht oder Präzision) benötigt, sondern auch Köpfchen. Umso mehr Spass bereitet es, wenn Strategien gemeinsam mit Freund*innen besprochen und ausprobiert werden können.

Ein weiterer Grund, warum Fortnite begeistert: Es kann mit Freunden gespielt werden, wie „abmachen“, nur eben digital. Ja, nicht nur mit Freunden, es hat sich eine riesige Community gebildet (Laut Epic Games: 125 Millionen aktive Spieler im Juni 2018 https://www.epicgames.com/fortnite/en-US/news/announcing-2018-2019-fortnite-competitive-season). Dazu gehören nicht nur Kinder oder Jugendliche, im Gegenteil! Fortnite ist mit seiner charmanten Comicgrafik ein Spiel für jede Altersgruppe. Auch berühmte Gamer wie Ninja oder Stars aus dem Real Life wie Rapper Drake oder DJ Marshmello zählen sich zu dieser Community. Sogar in der Fussball-Profiliga wurden bereits einige Tore mit Fortnite-Tänzchen gefeiert, welche auch beim Zocken immer wieder mal für einen Lacher sorgen können. Es wird auch niemand ausgeschlossen, weil er keine Konsole hat, denn Fortnite ist auf dem Computer (Windows und Mac), der PlayStation 4, der Xbox One, der Nintendo Switch, auf iPads und iPhones konsolenübergreifend spielbar. (Eine Version für Android Geräte soll laut Hersteller auch noch veröffentlicht werden).

 

Was gibt es bei Fortnite zu beachten?

Fortnite kann ganz schön Zeit fressen und es besteht wie so oft eine Suchtgefahr. Einerseits weil man sich ständig verbessern möchte, andererseits aufgrund des ausgeklügelten Belohnungssystems mit täglichen und wöchentlichen Herausforderungen. Natürlich verleiten nicht nur diese zwei Faktoren zum Spielen. Ein weiterer Punkt, der berücksichtigt werden sollte ist das Soziale. Sofern Fortnite im Umfeld beliebt ist, gehören Gespräche über das Game zur Tagesordnung. Ein guter Spieler kann durch seine Fähigkeiten auch Bestätigung und Respekt im Umfeld erhalten genauso wie der beste Fussballspieler der Klasse oder des FCs.

Dadurch dass es ein Online-Spiel mit Rundensystem ist, lassen sich vereinbarte Zeitregelungen schwer durchsetzen. Es ist schon sehr frustrierend, wenn man zu den letzten zehn Überlebenden zählt und dann wird einfach die PlayStation heruntergefahren, vielleicht hätte man seinen allerersten epischen Sieg eingefahren! Statt einer Zeitbegrenzung lohnt es sich, hier mit den Kindern und Jugendlichen die Anzahl Runden festzulegen, die gespielt werden dürfen. Das ist natürlich schwieriger umzusetzen als eine einfache Zeitbegrenzung, lohnt sich aber auf jeden Fall.

Auch altbekannte Stolpersteine tauchen in Fortnite wieder auf, beispielsweise die Möglichkeit, mit Fremden zu interagieren, ob nun im Chat oder mit Headset. Auch betreffend Kosten gibt es noch etwas zu wissen: Der Battle-Royal-Modus ist gratis und auch „Rettet die Welt“ soll im Verlaufe von 2018 kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Doch In-App-Käufe, besser gesagt In-Game-Käufe sind sehr wohl ein Thema, welches angesprochen werden sollte. Werbung ist in Fortnite jedoch (noch) keine anzutreffen. Gut zu wissen: Der Kauf von virtueller Währung (V-Bucks) ermöglicht den Kauf von Outfits, Siegestänzen oder den Zugang zu wöchentlichen Herausforderungen, diese sind jedoch für das Spielen nicht notwendig.

 

Die Gewaltdebatte – Fortnite ein brutales Killerspiel?

Gewalt spielt in Fortnite definitiv eine Rolle, da diese jedoch in einer Fantasy-Welt stattfindet, ist das Spiel  ab 12 Jahren freigegeben. Das PEGI-Rating bezieht sich aber nur auf die Inhalte des Spiels – nicht auf die Kommunikationsmöglichkeit beispielsweise.

Die USK hat das kostenpflichtige Originalspiel „Fortnite“ ebenfalls ab 12 Jahren freigegeben. Der Gratis-Spielmodus „Battle Royale“ wird von der USK nicht geprüft, da er nur online verfügbar ist.

Es fliesst kein Blut und es gibt keine richtige Todesanimation.  Man sieht lediglich sehr kurz, wie der Charakter zu Boden fällt (1–2 Sekunden) und anschliessend weggebeamt wird. Ich musste das ganze in Slow-Motion in der Wiederholung betrachten um es zu sehen, im Eifer des Gefechts fiel mir das nie auf. Es kam auch schon vor, dass das Spiel als gewaltverherrlichend dargestellt wurde. Dem kann ich nicht komplett widersprechen, denn es ist ein Game, in dem Gewalt ausgelebt wird. Gut möglich, dass ein Kill auch einmal mit einem Tanz gefeiert wird. Das liegt aber meist nicht daran, dass das Töten als cool empfunden wird, sondern dass ein Kill etwas Spezielles, ein Highlight im Spiel ist.

Das heisst? Wer Fortnite spielt, muss stressresistent sein und mit Niederlagen umgehen können. Hier lohnt es sich, Kinder und Jugendliche zu begleiten und bei Bedarf zu unterstützen. Beispielsweise auch, wie andere unfaire Spieler gemeldet werden können. Die Sorgen betreffend Gewaltverherrlichung dürfen durchaus mit den Kindern und Jugendlichen besprochen werden. Es reagieren nicht alle Kinder und Jugendlichen gleich auf solche Spiele.

 

Wie könnte mehr aus diesem Spiel herausgeholt werden? (Für Jugendarbeit & Co.)

Bei einem gesunden Konsum bringt Fortnite etwa die gleichen positiven Effekte wie andere Games, beispielsweise fördert es das räumliche Denken, die visuelle Wahrnehmung, die Reflexe etc. Ein direkter Mehrwert lässt sich, speziell mit diesem Spiel, unserer Meinung nach jedoch nicht feststellen.

Man könnte es jedoch für sich gut benutzen: Mit den Tänzen von Fortnite gäbe es die Möglichkeit, Kinder und Jugendliche mit einem How-to-Fortnite-Dance zur Bewegung zu animieren oder vielleicht sogar fürs Tanzen zu begeistern. Einige Fortnite-Tänze sind ja bereits auf dem Schulhof anzutreffen.
Es könnte auch genutzt werden, um bei den Jugendlichen ein gewisses WIR-Gefühl auszulösen, beispielsweise mit einem Game-Tag. Dass Fortnite hierfür gut sein könnte, hat es mit seiner Community von 100 Millionen aktiven Spielern bereits unter Beweis gestellt. Eine weitere Option wäre, es zu nutzen um zu locken.
Beispiel: In einem Jugendtreff eine PlayStation aufstellen. Natürlich an gewisse Bedingungen geknüpft, sodass nicht nur gezockt wird. Die Jugendlichen würden zwar gamen, aber sie verlassen ihr Haus, begeben sich in ein soziales Umfeld und am Ende sind beispielsweise die Mädchen für die Jungs vielleicht dann doch spannender als Fortnite.

Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen und Empfehlungen. Hinterlasse doch einen Kommentar hier.

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