Letztes Update: 07.05.20

Aktuell stellt sich für viele Jugendarbeitende die Frage wie weiter. Das Jugendhaus, sowie andere Angebote funktionieren nur mit Menschen. Am besten mit sehr vielen Menschen. Noch besser: Viele Menschen die Kontakt zueinander herstellen. Dies ist aufgrund der aktuellen Situation im „Real Life“ schlecht möglich. Es liegt daher in der Natur der Sache, dass wir nun unsere Skills im Umgang mit Digitalen Medien auspacken und versuchen die Angebote soweit als möglich digital weiterzuführen.

Diverse online-Video-Konferenzen, WhatsApp-Nachrichten und Insta-Challenge-Aufrufe später bemerken wir, es ist schwer. Es ist sehr schwer. Wenige Jugendliche reagieren auf unsere Ideen und Angebote. Wir schlagen uns mit den diversen technischen Geräten, Tools, sowie Plattformen herum und gegenüber dem Arbeitgeber ist ein Stundensoll zu leisten, welches (hoffentlich ;-)) nicht mit rein Administrations-, Reinigungs-/Reparatur- oder Projektplanungs-Arbeiten zu erfüllen ist. Es ist also alles in allem auch für uns keine einfache Situation.

Schauen wir uns also die Fakten an: Die Jugendlichen haben mehrheitlich von Montag bis Freitag eine schulische Online-Tagesstruktur (Bis zu den Frühlingsferien, dann ergeben sich evtl. neue Themen, falls die Schule keine Tagestruktur bietet), sie sind technisch gut ausgerüstet und miteinander vernetzt und kennen viele Onlineangebote die ihnen Spass machen. Ausserdem gehen sie immer noch nach draussen und chillen oder betreiben Sport. Gleichzeitig ist ihnen langweilig, die ganze Familie ist permanent zu Hause, und/oder es müssen unter erschwerten Bedingungen altersbedingte Dinge erledigt werden (Bsp. Lehrstellensuche).

Wir haben also diverse Anknüpfungspunkte, mit denen wir etwas anfangen können oder aus denen sich ein Bedarf herauslesen lässt.

Daher mein Plädoyer: Lustvoll ausprobieren, keine Angst vor dem Scheitern, sich Ziele setzen (diese später auswerten), bei (technischen) Fragen Unterstützung holen und laufend reflektieren was funktioniert und was nicht. :-) Und vor allem! Möglichst nichts alleine tun! Gemeinsam gelingt alles besser. Und bitte alles was besser gelingt mit allen anderen teilen!

Infos zum Ausstieg: Rahmenschutzkonzept zur schrittweisen Öffnung der Angebote der Kinder- und Jugendförderung und der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Ausserdem hier einige Vorschläge was so möglich ist, sowie viele Links und Infos zum Thema:

1. Mögliche Vorgehensweise

1.1 Digitale Information
1.2 (Online-)Präsenz
1.3 Dabei Folgendes beachten
1.4 Mögliche Wirkung & Ziele

1.1 Digitale Information

  • Jugendliche über das Stoppen/Weiterlaufen bestimmter Angebote informieren: Homepage, Whats-App Broadcast, WhatsApp Profil-Bild und Status, Instagram (Profilbild, Story etc.) und anderen genutzten Plattformen -> Tipp: Weniger Text ist mehr! Eher mit Fotos und Videos arbeiten. Dabei hinweisen auf Hilfsangebote und (Digitale)Mitwirkung.
  • Erwachsene (Zusammenarbeitspartner, Schulen & SSA, Quartierverein, Eltern, andere Institutionen etc.) über das Stoppen/Weiterlaufen bestimmter Angebote informieren: E-Mails (Direkt, Automatische Antwort, Signatur), Newsletter (Bsp: Mailchimp), Whats-App Broadcast, Facebook Header etc..
    Schulen kann man ausserdem darum bitten, Infos über Jugend-Angebote an alle SchülerInnen zu senden.

1.2 (Online-)Präsenz

Zuerst bedenkt: Digitale JA ist eine tolle Sache, viele Kinder und Jugendliche haben aber bereits am Mittag einen halben Tag vor dem Bildschirm verbracht. Je nachdem kommt zum Schulnachmittag noch eine Facetime Cellostunde dazu. Zu viele zusätzliche Digitalangebote haben also wenig Nutzen. Daher Angebote sehr zielgerichtet anbieten und nach dem Prinzip „Weniger ist mehr“.

Und wenn ihr startet, lasst euch inspierieren. Folgenden Angebote & Projekte habe ich bis jetzt mitbekommen:

  • Allgemein Präsenz ausschreiben: Veröffentlichen welche Zeiten man online ist. Mit Foto, Name, Kanäle, Handynummer etc. Zu dieser Zeit verfügbar sein, informieren, Interaktion ermöglichen: auf den Plattformen persönliches, Challenges, Abstimmungen, Umfragen veröffentlichen etc.
  • Gamen: Gemeinsam mit Jugendlichen online gamen. Beispielsweise Fortnite (ab 12 Jahren), FIFA oder Minecraft.
  • Live gehen: Aktuell am einfachsten mit Instagram möglich. Man kann innerhalb 24 Stunden 3×3 Stunden live auf Sendung gehen. Bsp. eigene Hauskatze, sich beim Fortnite spielen, beim Kochen, beim Musizieren, Workshops anbieten. Cool daran ist, dass Instagram dies prominent erwähnt und man automatisch viel Aufmerksamkeit hat. Dabei ist wichtig, sich Gedanken über die eigene Privatsphäre zu machen: Was will man von sich zeigen (Eigene Wohnung etc.)!? Siehe Links unten.
  • Youtube-Kanal: Einen eigenen Youtube-Kanal aufbauen. Wenn möglich Jugendliche in technische oder journalistische Tätigkeiten mit einbeziehen (sogar vor die Kamera. ACHTUNG: Bewilligung der Eltern einholen). Siehe Links unten.
  • Houseparty-Jugendtreff: Präsenzzeit auf der Houseparty-App anbietet und diese „Gruppe“ Jugendlichen zugänglich macht. Dort lässt sichs den gleich wie bei Zoom gemeinsam Videochatten.
  • WhatsApp-Gruppe-Jugendtreff: Eine Whatsapp-Gruppe mit Jugendlichen eröffnen. Hier gilt es zu beachten: Jugendliche sensibilisieren, dass die anderen NutzerInnen des Chats ihre Nummer sehen, es ist sinnvoll Regeln (gemeinsam) für den Chat aufzustellen. Es liegt in unserer Verantwortung, dass der Chat immer durch uns betreut ist. Also auch am Wochenende. Wir müssen mitbekommen, wenn dort seltsame Inhalte geteilt werden oder Konflikte entstehen. Meiner Meinung nach nur mit einer Jugendgruppe, die sich gut kennt und schätzt, möglich.
  • Challenges & Wettbewerbe auch Umfragen: Praktisch um Jugendlichen Ideen und Beschäftigung zu ermöglichen, sowie Interaktion zu fördern. Siehe Links unten.
  • Jugendinformation: Information Corona, Mediennutzung und Angebot Hilfestellung
  • Aufsuchende JA digital: Profile Jugendlicher anschauen, ihnen Rückmeldungen geben (am besten positive), um ins Gespräch zu kommen. Dabei natürlich die gleiche Sensibilität wie in der AJA im Nicht-Digitalen-Raum walten lassen. Möglich ist beispielsweise einfach Jugendliche proaktiv anzuschreiben, die die eigenen Beiträge liken.
  • Aufsuchende JA im öffentlichen Raum: Hier gilt dies sauber mit dem Arbeitgeber (und Polizei) abzuklären, ob es möglich ist. Dabei regionale Besonderheiten beachten. Ausserdem im Team Risiken anschauen (Gehört jemand zur Risikogruppe, Sind im Haushalt Personen die mit Risikogruppen oder an Risiko-Orten arbeiten!?), sowie nochmals AJA-Konzepte zu konsultieren. Nicht, dass man in eine seltsame Rolle kommt. Beispielsweise wenn Jugendliche in zu grossen Gruppen zu nahe zusammen sind.
  • Angebote im öffentlichen Raum: Hier gilt es die Vorgaben des Bundes abzuwarten. Aber man kann sich dazu bereits Gedanken machen, da es evtl. zuerst nur möglich ist ausserhalb eines geschlossenen Raumes Angebote anzubieten.
  • Weitere (Offline) Ideen: Verleih von Material & Spielen, Wichtelgeschenke via Paketbriefkasten, Karten schreiben, basteln etc. für Bewohnende in Altersheimen oder allgemein Personen in Isolation, Einkaufshilfe-Service, Tagebuch-Wanderung: ein Buch der Jugendarbeit in das jeden Tag jemand schreibt. das Buch wird täglich jemanden nächsten in den Briefkasten gelegt (so wird spaziert), Tägliche Buch-/Spielrezensionen für Jugendliche, Wochenmotto und alle Aktivitäten / Kommunikation dazu gestalten, Song oder Video produzieren / zusammenschneiden mit Beiträgen von Jugendlichen, Videotagebuch, Online-Kurse wie bspw. Drink-Mix Kurs, Zeichnen, Kochen, Schminken, Pflanzen, Sport etc., Foto-Challenges (bspw. Zimmer aufräumen davor/danach)
  • Gaming / Spiele: Gruppen bei Smartphone-Games mit Challenges, bspw. Quizduell o.ä., Game-Turniere Online, gemeinsames Gaming zu definierten Zeiten, Challenges / Gaming: verschiedene Jugendarbeitsstellen resp. Gemeinden treten gegeneinander an , Analoge Spiele / Brettspiele via Videokonferenz (bspw. Bingo, Montagsmaler, Stadt Land Fluss, Black Stories, …)
  • Unterstützung und Begleitung: Lernbegleitung, Hausaufgabenhilfe: Online Bewerbungscoaching

Viele weitere Dinge sind möglich. Insbesondere bezüglich niederschwelliger Bildung. Beachtet dabei, dass viele dieser Anbieter kostenlos sind, weil sie Daten in grossen Mengen sammeln! Also wenn möglich nach Alternativen Ausschau halten und diese teilen, und/oder für gute Programme bezahlen.

1.3 Dabei Folgendes beachten

1.4 Mögliche Wirkung & Ziele

1.4.1 Wirkung

  • Jugendliche…
  • verfügen über Inputs, was sie in der freien Zeit machen können.
  • partizipieren über digitale Medien und gestalten aktiv ihre Freizeit.
  • fühlen sich unterstützt und wahrgenommen (gerade auch in schwierigen Situationen).
  • erleben Zusammengehörigkeit und Solidarität und fühlen sich dadurch nicht alleine.
  • sind informiert betreffend des Verhaltens und Massnahmen bezüglich Corona.
  • sind auf erhöhtes Konfliktpotenzial bei engen Verhältnissen zuhause sensibilisiert und kennen Anlaufstellen, wo sie sich bei Bedarf melden können.

1.4.2 Ziele

  • Es werden Aktivitäten ausserhalb der Homeschooling-Zeiten Inputs und angeboten (Angebot auf weitere Tage ausbaubar).
  • Beziehung und Kontakt zu den Jugendlichen wird erhalten, gepflegt, aus- und aufgebaut.
  • Jugendliche kommen auf eigene Ideen, wie sie ihre Zeit planen wollen und können selbst, mit Unterstützung der OJA, Projekt starten.
  • Jugendliche sind betreffend Massnahmen und Verhalten bezüglich Corona sensibilisiert und werden zu Multiplikator*innen.
  • Jugendliche werden bei Bedarf und bei herausfordernden Situationen unterstützt.
  • Es muss für Jugendliche auch offline möglich sein, sich über die Aktivitäten und Inputs zu informieren.

2. Linkliste

2.1 Beispiele aktueller Angebote & Projekte
2.2 Konzepte Digitale Jugendarbeit
2.3 Onlinetools
2.4 Online Arbeiten & Kreativ sein
2.5 Hilfestellung und Engagement
2.6 Diverses Corona
2.7 Datenschutz

2.1 Beispiele aktueller Angebote & Projekte

2.1.1 Konkrete Projekte

2.1.2 Ideenpool

Natürlich gibt es noch viele weitere Projekte draussen. Einige lassen sich jedoch nicht anschauen, da viele Jugendarbeitende ihre Profile (grundsätzlich vorbildlich) nur ihren Jugendlichen zugänglich machen. Wenn euch da was interessiert, fragt bei diesen Stellen nach ob sie euch Zugang ermöglichen.
Falls ihr auch was Spannendes macht, könnt ihr gerne Links davon an mich senden und ich würde es hier veröffentlichen.

2.2 Konzepte Digitale Jugendarbeit

2.2.1 Allgemein

2.2.2 Spezifisch

2.3 Onlinetools

2.4 Online Arbeiten & Kreativ sein

2.5 Hilfestellung und Engagement

2.5.1 Engagement

2.5.2 Hilfestellung

2.6 Diverses Corona

2.7 Datenschutz

2.7.1 Allgemein & Datenschutz in der Jugendarbeit

2.7.2 DSVGO

Die Liste ist nicht abschliessend. Falls ihr weitere Gute Links, Projekte, Angebote etc. habt, könnt ihr mir diese gerne senden. Ich werde sie hier veröffentlichen.

Foto: Renato Hüppi

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