FG mädchenarbeit

fachfrauen vernetzen und grundlagen entwickeln

Unser Verständnis von Mädchenarbeit

Das „klassische“ Mädchenbild hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Mädchen und junge Frauen erscheinen in Medien, Politik und der Öffentlichkeit heute als selbstbewusst, ambitioniert und gebildet. Die Rollenbilder sind breiter und vielfältiger geworden. Bei genauerem Hinsehen lassen sich aber Widersprüchlichkeiten feststellen und es wird klar, dass die vielen verschiedenen Anforderungen und Möglichkeiten auch eine Überforderung für die Jugendlichen sein können.

Die Einführung des Gleichstellungsgesetzes war ein Meilenstein in der Geschichte der Gleichstellung von Frau und Mann. Viele Mädchen und junge Frauen nehmen sich heute als gleichgestellt wahr und sehen für sich dieselben Chancen wie für ihre männlichen Kollegen. Die Gleichstellung ist aber in vielen Bereichen noch immer nicht umgesetzt. Auch hier gilt es, differenziert die konkreten Lebenslagen der Mädchen zu betrachten. Je nach Familie, Nationalität, sozioökonomischem Hintergrund, Bildungstand oder Religion hat ein Mädchen mehr oder weniger Chancen und werden eigenständige Lebensentwürfe mehr oder weniger gefördert und akzeptiert. Dies gilt auch für Jungen und junge Männer. Die Erwartungen sind oft von geschlechtsspezifischen Stereotypen geprägt und führen folglich zu unterschiedlichen Herausforderungen für die Geschlechter. Um diese zu thematisieren braucht es einen geeigneten Rahmen, den Mädchenarbeit als ein mögliches Setting von gendergerechter Jugendarbeit bieten kann.

Mädchenarbeit passt sich den sozialen Gegebenheiten und Lebenslagen von Mädchen und jungen Frauen an. Diese sollen sich bewusst werden, dass gesellschaftliche Erwartungen geschlechtsspezifisch sind. Diese Erwartungen können kritisch hinterfragt und geprüft werden. Mädchen und junge Frauen sollen empowert werden, die Geschlechterrolle nach eigenen Vorstellungen zu gestalten, ohne ihnen gesellschaftliche Machtverhältnisse und mögliche Konsequenzen zu verschweigen. Dies bedingt eine ständige Weiterentwicklung von Theorien, Haltungen und Grundlagen der Mädchenarbeit.

Um der Gleichberechtigung in der offenen Jugendarbeit ein Stück näher zu kommen, reichen spezifische Mädchenangebote nicht aus. Mädchenarbeit muss als einer von mehreren Strängen einer gendergerechten Jugendarbeit gesehen werden, welche die Geschlechterrollen in angemessener Weise sowohl im gemischtgeschlechtlichen Setting, mit Mädchen und Jungen getrennt wie auch im Cross-Work-Setting thematisiert.

Arbeitsweise

Die Fachgruppe Plattform Mädchenarbeit setzt sich mit aktuellen Themen auseinander, die Mädchen und junge Frauen beschäftigen, und entwickelt Theorien, Haltungen und Grundlagen der Mädchenarbeit weiter. Sie

  • ermöglicht den Kontakt und fördert Synergien zwischen Institutionen, Fachgruppen der Mädchenarbeit bei den Regionalnetzwerken, und einzelnen Fachfrauen, die Mädchenarbeit machen (Drehscheibenfunktion)
  • bietet eine Plattform für Austausch und Vernetzung
  • sammelt grundlegendes Fachwissen zur feministischen Mädchenarbeit in Bezug auf offene Jugendarbeit, bereitet diese auf und macht sie in geeigneter Form zugänglich (z.B. mit Fachpapieren, Artikeln oder Weiterbildungen)
  • will Grundlagen für die Mädchenarbeit im Rahmen offener Jugendarbeit an einem zentralen Ort verankern und eine minimale Koordination der Fachfrauen und Institutionen der Mädchenarbeit sichern
  • bespricht und vergleicht bestehende Haltungen und mädchenspezifische Themen und erarbeitet bei Bedarf geeignete Materialien dazu
  • realisiert und organisiert gemeinsame Projekte zur fachlichen Entwicklung und Förderung von Mädchenarbeit in der Schweiz (z.B. Weiterbildungen, Initiieren von Forschungsarbeiten, Fachfrauenliste ReLii usw.)

Termine Treffen 2018

Dienstag, 30. Januar 2018
Dienstag, 8. Mai 2018
Dienstag, 11. September 2018
Dienstag, 13. November 2018

jeweils von 10.15 bis 12.45 Uhr

    news und grundlagen

    CAS-Zertifikat und verlängerte Frist

    Die Teilnahme am Forschungs- und Weiterbildungsprojekt «Genderreflektierende Offene Jugendarbeit» des DOJ/AFAJ und der Berner Fachhochschule Soziale wird neu als CAS zertifiziert! Wir freuen uns, diesen weiteren Mehrwert für Fachpersonen der OJA bieten zu können und...

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    Anmeldefrist eröffnet

    Fachtagung «Perspektiven öffnen – Vielfalt ermöglichen. Intersektionale genderreflektierende Offene Jugendarbeit», 25. Februar 2019. Ab sofort bis am 1. Februar 2019 können sich Interessierte auf der Internetseite der BFH mit dem Web-Code T-MET-2 anmelden. Ziel der...

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    Save the date: Tagung Genderreflektierende OJA

    25. Februar 2019, 9.15-16.45 Uhr, Bern Perspektiven öffnen - Vielfalt ermöglichen. Intersektionale genderreflektierende Offene Jugendarbeit. Ziel der Tagung ist, neue Perspektiven auf die Bedeutung von Geschlecht zu eröffnen und die Vielfalt der Positionierungen von...

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    Forschungsprojekt: Anmeldung weiterhin offen

    Genderreflektierende Offene Jugendarbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit aller Geschlechter. Dies gelingt dank Fachpersonen, die ihr Handeln reflektieren und ihre Arbeitsweise weiterentwickeln. Zu diesem Thema führen der DOJ/AFAJ und die Berner...

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    Neue DOJ-Fachgruppe Queer

    Der DOJ/AFAJ hat eine neue, fünfte Fachgruppe mit dem Namen «Fachgruppe Queer». Die Koordination der Fachgruppe erfolgt durch die okaj zürich - Kantonale Kinder und Jugendförderung und die FG wurde durch sie initiiert. Weiter arbeitet die Organisation Milchjugend eng...

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    Grundlagenbroschüre OKJA neu aufgelegt

    Was genau verstehen wir unter Offener Kinder- und Jugendarbeit? Nach welchen Grundprinzipien richten wir uns? Die überarbeitete Grundlagenbroschüre für Entscheidungsträger*innen und Fachpersonen der OKJA bietet den fachlichen Rahmen für ein professionelles Verständnis...

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